Dienstag, 8. Januar 2008

Das Neue Jahr

8. Januar 2008, Dienstag, 17:10 Uhr

Zuerst: Ein glückliches Neues Jahr 2008!!!

Und jetzt die Nachrichten in Kurzformat. Seit geraumer Zeit geht es mir nicht so toll. Am 25. Dezember waren wir im AKH, weil ich den Eindruck hatte, dass sich einige Schrauben "verschieben". Ausserdem spürte ich jede meine Bewegung gleich im Bereich des Brustkorbes. Im AKH angekommen, sprach ich mit Prof. Grohs, der auch meinen Rücken anschaute. Die Antwort war nicht sehr beruhigend, dennoch sagte er, dass er keine Entzündung mit blossem Auge sieht, daher, wenn ich keine Schmerzen habe, eher keinen Grund zur Besorgnis habe. OK, dachte ich und fuhr mit meiner Familie nach Kilb, um Weihnachten zu feiern.

Bis heute hat sich dieses Gefühl nicht vermindert, im Gegenteil, ich spüre ständig einen Druck im bestimmten Bereich meiner Wirbelsäule, ausserdem gibt es da die geheimnisvollen Erhebungen, die wie Wirbeln oder Schraubenköpfe ausschauen und die sich, meiner und auch Eva´s Meinung nach, unaufhörlich Stück für Stück verschieben. Diese "Kugeln" waren definitiv nicht da, als ich vom AKH nach hause kam. Prof. Grohs meinte am 25., dass ich damals alles sehr geschwollen hatte und jetzt bin ich die Schwellung los und auch nicht besonders gut ernärt (dünn).

Das ist das Nächste, was mir Sorge bereitet: mit meinem Bauch (Magen, Leber oder sonst was) gibt es weiterhin Probleme, wennnoch anderer Art. Der Magen (?) tut eigentlich permanent weh, auf Druck sowie so, egal, ob und was ich esse, eigentlich habe ich überhaupt keinen Appetit, ständig Blähungen...

Morgen habe ich einen Termin für eine Gastroskopie (im Sophien-Spital), danach aber fahre ich sicher ins AKH - schon alleine deswegen, um die Spannung und die Knoten in meinem Rücken zu klären.

Hoffe nur, dass ich nicht dort bleiben muss!!! Das würde bedeuten, dass ich noch mal operiert werde...

9. Januar, Mittwoch, 20:00 Uhr

Mit Gerd als meine Stütze bin ich schon in aller Früh zur der Gastroskopie-Untersuchung gefahren. Diese war, trotz meiner bisherigen Erfahrungen und Befürchtungen erträglich. Auf jeden Fall gibt es eine Entzündung im Magen, ob die durch Bakterien /Helicobacter verursacht ist, wird sich erst in ein paar Tagen zeigen (man hat mir einige Proben entnommen). Ich war dabei tapfer und nachher sehr benommen (wegen der Beruhigungsspritze). Gut, dass Gerd mit mir war... sonst hätte ich sicher nicht geschafft, anschliessend ins AKH zu fahren.

Die Untersuchung (stundenlanges Warten im AKH) meiner Wirbelsäule hat ergeben, dass Alles in Ordnung ist.
Ich bin nur halt sehr dünn und nur deswegen sieht man die Schrauben so deutlich unter meiner Haut. Das mit dem Ziehen-Gefühl ist normal, wird sich irgendwann geben oder ich gewöhne mich daran.

Heute war es ein schöner Tag. Ich bin beruhigt, auf jeden Fall nicht mehr panisch. Nach dem Motto "Wie lerne ich die Bombe zu lieben" werde ich ab jetzt an alle Titanteile in mir wie an meine besten Freunde denken. Irgendwann werde ich sie auch zu lieben lernen und nicht mehr missen wollen...

14. Februar 2008

Zum Valentinstag wünsche ich Allen viel Liebe, Freude und Geborgenheit!

Über einen Monat war ich nicht hier. Anscheinend geht es mir so gut, dass ich nicht mehr daran denke, hier etwas zu schreiben. Ja, tatsächlich. Mein Rücken erholt sich langsam, ich nehme aber leider nicht zu (wiege immer noch 46 Kg). Eigentlich habe ich keinen Appetit, vielleicht, weil ich den Großteil des Tages alleine bin... Na ja, seit Neuestem ist hier auch Lhasa, mit der ich zwar noch nicht spazierengehe, die aber bei Eva "ausgedient" hat. Spaß beiseite; Eva hatte die Lhasa lang genug, jetzt braucht sie wieder alte Lebensweise, ohne einen Hund, mit dem man spazierengehen und hinterher auch noch putzen muss. Lhasa ist zwar der liebste Hund auf der ganzen Welt, einen Aufwand verursacht sie aber in jeder Hinsicht.

Irgendwie befinde ich mich in letzter Zeit im Umbruch, kann aber noch nicht feststellen, welchen Bereich meines Lebens es betrifft. Ich bin momentan ziellos, lustlos und wartend. In letzter Zeit habe ich nur 3 Bilder gemalt und nur deswegen, weil ich zu einer Ausstellung eingeladen wurde (ja, tatsächlich, ich wollte eigentlich aus verschiedenen Gründen nicht mitmachen und dann habe ich meinen Namen auf einer Einladung gesehen).

Diese Frühlingsausstellung wird am 19.2.08 um 19:00 Uhr
in der Galerie Time, 1010 Wien, Wollzeile 1.3 eröffnet,
bis 22.3.08, 11-13 Uhr kann man die Gemeinschaftsausstellung (43 Künstler) besuchen.

Öffnungszeiten:
Mittwoch-Freitag: 14-20 Uhr,
Dienstag: 14-23 Uhr,
Samstag: 11-16 Uhr.

Eine andere Ausstellung bahnt sich gerade an, ich hoffe, sie kommt zustande, denn ich dort ca. 25 Bilder und alleine ausstellen würde. Das muss ich noch daumendrückend abwarten.
Sonst gibt es überhaupt nichts Neues - irgendwie erschreckend und deprimierend, vielleicht aber braucht es einige Zeit, damit aus dem Nichts eine Form entsteht, die ich für mich weiterverwenden kann. Wie noch nie im Leben bin ich geduldig und warte.

Seit Neuestem habe ich komische Schmerzen in meiner re. Pobacke, der sich bis in den Oberschenkel zieht. Es hindert mich manchmal daran, flüssig zu gehen, beim Hinsetzen oder Aufstehen, manchmal auch im Bett beim Umdrehen. An anderen Tagen wiederum habe ich überhaupt keine Schmerzen - wenn sie aber kommen, dann sehr überraschend. Sie sind zwar zum Aushalten, ich habe sie aber nicht gerne (wer hat schon gerne Schmerzen). Nun, das sollte sich, laut Frau Prof. Krepler mit der Zeit geben, gegebenenfalls mit Spritzen oder Elektrotherapie. Ich bin optimistisch, wie immer.

Hier ein Vorgeschmack auf meine nächste Vernissage, ich hoffe nur, dass ich keinen Platz hinter einer Tür bekomme...
Schwedenplatz, Mischtechnik auf Leinwand, 60x50


18. Februar 2008, Montag, 13:50 Uhr

Meine Befürchtungen bezüglich des Platzes für meine Bilder waren begründet: ich werde in dem Black Room der Galerie Time ausstellen, wo sich kaum jemand verirrt, der Raum von der Wollzeile überhaupt nicht zu sehen ist. Es ist ein völlig schwarzer Raum, zwar mit Deckenlampen erleuchtet, von der Lage aber ein kompletter Flopp. Für eine Bilder-Präsentation zwecks Verkauf ist dieser Raum ziemlich ungeeignet.
Na ja, ich bin zumindest nicht die Einzige, die damit "bestraft" wurde, ausser mir stellen dort angeblich noch 7 Menschen aus. Bin schon auf morgen neugierig, wahrscheinlich sitze ich dort den ganzen Abend in dem düsteren Raum und zähle die Minuten bis zum Ende der Vernissage...
Jedenfalls mich auf jeden, der mich irgendwie, irgendwo und irgendwann (aber bald) aufheitern kann - momentan bin ich nicht ganz auf der Wolke Sieben.


29. Februar, Freitag, 11:40 Uhr

All meine Bedenken, was meinen Rücken betrifft, werde ich mit einer bekannten Physiotherapeutin besprechen, die mich vor der OP behandelte und die viel mit Menschen nach solchen OPs zu tun hat. Ich schickte ihr Fotos von meinem Rücken mit den hervorstehenden Schrauben (die Ärzte sagen, dass es so ist, weil ich so dünn bin, auf der anderen Seite aber, war ich vor der OP nur 3 Kilo schwerer, kann mir also nicht vorstellen, dass die 3 Kilos mehr etwas bewirken sollen. Ich glaube, dass man für meinen Rücken eine zu starke Biegung machte, daher ist auf der Schulterblatthöhe alles zu sehen), mit meinem schiefen Hals, der vorher nicht so auffallend schief war... Mal sehen, was sie dazu sagt. Sie wird auch meine Röntgenbilder vor- und nach der OP vergleichen.
Wegen dieser hervorstehenden Schrauben (3 bis 4) kann ich unmöglich auf Bänken/Sesseln/Sitzen sitzen, die gerade auf der Höhe meiner Schulterblätter eine harte Kante haben - da muss ich mich auf den Schulterblättern anlehnen, was nicht angenehm ist oder gleich kerzengerade sitzenbleiben. Im Liegen ist dasselbe Problem: je härter die Unterlage, umso mehr spüre ich sie Schrauben.
Im Stehen ist es nicht so schlimm, man sieht die Wölbungen hinten kaum, da die T-Shirt, auch wenn eng, auf den Schulterblättern hängenbleiben.

Sonst, abgesehen davon, geht es mir auch nicht so toll, da ich immer noch Probleme mit der Verdauung habe (alles gecheckt, alles fast im grünen Bereich - nur Cholesterin ist viel zu hoch - 240). Ich freue mich schon auf die Rehab, vielleicht können sie mich dort in vieler Hinsicht aufbauen oder ich sehe Menschen, die viel schlimmer dran sind, als ich und dadurch bekomme ich dieses komische Dankbarkeitsgefühl, dass es bei mir nicht schlimmer ist, als jetzt.

Ich bin aber, was sehr positiv ist, gut mobil, kann mir in jeder Situation helfen, kann viel bis alles machen - mit Vorsicht und sehr aufmerksam.

28. März 08, Freitag, 15:30 Uhr

Schon wieder war ich im AKH zur Kontrolle - ich saß dort von 8:30 bis 13:30 Uhr, obwohl ich kein Röntgen gemacht habe... Es ist ziemlich nervenaufreibend, wenn man einfach nur wartet und wartet und wartet... Aber so ist es halt dort - es kommen immer mehr Menschen, die Probleme mit Rücken haben, ich bin kein Einzelfall.
Dafür habe ich eine gar nicht so schlechte Nachricht, eigentlich gleich zwei.
Schon am Montag bekomme ich ein Body, wo man einen schmalen Teil aufblasen kann, so dass ich den Bereich mit den hervorstehenden Schrauben in meinem Rücken schützen kann. Momentan habe ich grosse Probleme, mich an harten Stellen anzulehnen, bzw. auf harten Betten zu liegen, da einige Schrauben ungeschützt (überhaupt kein Fett) durch meine Haut hervorstehen. Das Body habe ich noch nie gesehen, ich hoffe jedoch, dass es eine Erleichterung sein wird. Ich muss es nicht ununterbrochen tragen, ich k a n n es tragen, wenn ich es möchte, je nach dem. Im Sommer werde ich darauf sicher ziemlich oft verzichten (wegen Schwitzen), es ist aber gut zu wissen, dass ich mich irgendwie schützen kann.
Eine zweite Sache ist die (mit Prof. Krepler besprochen), dass man, um mir das Leben doch zu erleichtern, in ca. 1,5 Jahren evtl. Alles aus mir wieder rausoperiert, alle Titanteile und Schrauben, dh. erst, wenn alles gut verknöchert ist. Sie meinte, dass ich zwar ca. 2-3 Grad an Verschlechterung zu erwarten hätte, dafür aber keine störenden Schrauben mehr. 2-3 Grad würde theoretisch nicht so schlimm sein, Hauptsache, es sackt nicht alles in sich zusammen. Ich habe ja Zeit, ich werde eine Entscheidung erst dann treffen, wenn ich mir sicher bin, was besser für mich ist. Die Medizin macht auch rasante Fortschritte, wer weiss, was in ca. 2 Jahren ist. Auf jeden Fall habe ich jetzt ein besseres Gefühl, da ich weiss, dass es nicht unbedingt so bleiben muss (Schrauben, die immer mehr und mehr zum Vorschein kommen, weil meine Muskulatur im Rücken immer weniger und weniger wird und kein Fett da ist). Frau Prof. Krepler meinte auch, ich könnte schon langsam bissl Sport machen. Damit warte ich aber, wenn ich auf Rehab bin.

Am 16. April fahre ich nämlich für 3 Wochen auf Rehab (Weitra/Harbach), ich weiss noch nicht, ob ich mich darauf freuen soll oder nicht. Auf jeden Fall erwarte ich mir einen guten Aufbau meiner momentan ziemlich verschlaffenen Muskulatur und auch eine Gewichtzunahme, die ich dringend benötige, da ich irgendwie von selbst nicht über die Zaubergrenze von 46 Kg herauskomme.

Eine schlechte Nachricht gibt es doch: nach der Finissage (Samstag vor Ostern) in der Galerie Time, bei der ich nicht dabei sein konnte, da ich im Flugzeug von Warschau nach Wien saß, ist ein Bild abhanden gekommen. Gestern war ich dort, um alle meine Bilder nach hause zu holen und merkte, dass eines fehlte. Jetzt wird gesucht, ich hoffe sehr, dass man es doch irgendwie und irgendwann findet. Das ist das Bild, das mir fehlt:

Valentina, Mischtechnik auf Leinwand, 30x50

9. Mai 2008, Freitag, 11:30 Uhr, NACH DER REHABILITATION

Und schon wieder "JUHUUUU!!!". Seit vorgestern bin ich nach meiner Rehab zuhause. Dieser Aufenthalt war einer, wo man sagt: Gott sei Dank, wieder vorbei. Eine schreckliche Anstalt, riesig, in die Landschaft, die doch schön war, gewaltig eingemeiselt. Schon einige gute Kilometer ZUVOR sah ich dieses Monstrum zwischen den niedrigen Hügeln des Weinviertels und dachte, dass mich dort Nichts Gutes erwartet. Wie recht ich hatte! Das Zimmer (Einzelzimmer, da ich schon ein halbes Jahr vorher reserviert hatte) erinnerte mich stark an das Zimmer im AKH: steril, wo das Auge reicht, ein behindertengerechtes Bett mit einem Dreieck zum Hochziehen, höhenverstellbar, in der Mitte des Zimmers stehend. Daneben ein Metellkästchen, ein Fernseher an der Wand hängend, ein Kasten, ein Fach zum Tisch umgebaut, ein Sessel. Ein Bad mit Dusche und WC... Auf dem Boden kein Teppich, alles steril... Kein einziges Bild auf den weissen Wänden...
Als erstes stellten wir (Gerd und ich) das Bett an die Wand - dadurch war der Zugang zum Kleiderkasten zwar etwas erschwert, dafür sah das Zimmer wohnlicher aus.
Mehr konnte ich nicht umgestalten. Als ich zum Handy griff, stellte ich fest, dass ich im Zimmer keinen Empfang habe. Am Ende des Ganges hatte ich zwar Empfang, aber nur einen Strich, der immer wieder verschwand. Später stellte ich heraus, dass man dort nach ONE-Empfang die Wiesen herum absuchen muss, und es ist nicht jeden Tag gleich. Na ja, nur A1 und T-Mobile war ohne Probleme von überall zu empfangen.
Das war mir zu viel. Fast heulend ging ich in den Speisesaal, um mit Gerd noch zu essen, bevor er nachhause fuhr. Dort erlebte ich einen nächsten Schlag: lauter alte Menschen, alle mit Krücken, Rollstühlen oder Stöcken... ich fühlte, dass ich hier förmlich eingehen werde. Nichts, was ich dort, in Harbach, an diesem Tag erlebte, machte mir Mut, im Gegenteil, es war so deprimierend: das Haus, all die Menschen, das Zimmer, die kalte und graue Gegend, sogar die Tatsache, dass ich nicht mal am Handy erreichbar bin...

Um die Therapien musste ich sogar "kämpfen", da ich anfänglich sehr wenige hatte (55 für den ganzen Aufenthalt, die anderen hatten so um 80-90!). Ich bekam 2 dazu, wobei ich erst 2 Tage vor meiner Abreise erfuhr, dass es z.B. Wassergymnastik einzeln gäbe, die ich nicht hatte. Dafür turnte ich mit Becken mit Knie-Hüfte- und Schulter-Operierten, was nicht ganz fördernd oder gar unnötig für mich war. Oder hatte ich z.B. Medizinalbad, dh. saß ich 15 Minuten in einer Wanne, wo es sprudelte. Na ja, da ich nicht gut in einer Badewanne sitzen kann (Schrauben), hockte ich ziemlich verkrampft, lehnte mich an meinem aufblasbaren Polster an und wartete ungeduldig das Ende ab. Zum Schluß bekam ich einen Ausschlag (einfach zu viel Wasser und zu trockene Haut) und war froh, dass ich das nicht mehr machen muss. Vor allem aber deshalb, weil bei der Gruppengymnastik im Wasser alle derart meinen Rücken anschauten, so dass ich dann nur mehr mit T-Shirt ins Wasser ging.
Einzig sinvoll für mich waren eigentlich nur die 20 Minuten (4 Mal insgesamt) der Enzelgymnastik trocken sowie Geräte-Turnen (Fahrrad 20 Minuten, Zugseile, Butterfly - Sachen, die man normalerweise im Fitnessstudio antrifft). Alles in Allem hat diese Rehab viel weniger gebracht, als ich erwartete - sie war auch nicht auf mein Leiden abgestimmt. Ich meine damit, dass es in Österreich anscheinend keine Anstalt gibt, die sich mit Rückenopierierten beschäftigen würde. Schade. Nicht mal zugenommen habe ich was (0.5 Kg ist nicht der Rede wert), obwohl ich sehr kalorienreich gegessen habe (ist mir ein Rätsel). Hätte ich dort nicht den Sepp nicht getroffen und die Ingrid kennengelernt, mit denen ich recht viel Spaß hatte, hätte ich mich vor Langeweile dort umgebracht!

Nun habe ich vor, mich in das Fitnessstudio im Stadion Center einzuschreiben (20 € im Monat, egal wie oft, jeden Tag von 6:00-24:00 Uhr geöffnet), um dort regelmässig zu trainieren (es gibt für mich: Fahrrad, Seil und evtl. etwas für Beinmuskulatur, was ich in Harbach nicht machte).
Denn zuhause würde ich es eher nicht machen oder einfach zu unregelmässig.


Moorbad Harbach, Mai 2008, Kurheilanstalt in Weinviertel

Harbach, Mai 2008, Nachmittagsspaziergang mit Ingrid und Sepp

Ortschaft Harbach, Mai 08, Spaziergang mit Ingrid (ein der wenige nicht verregneten Tage)
Gute-Laune-Vodka am Abend mit Ingrid und Sepp

13. Mai 2008, Dienstag, 19:00 Uhr

Heute bin ich zum ersten Mal Fahrrad gefahren! Mit dabei war die Lhasa - ganz brav! Ich freue mich so! Wir waren gleich über 2 Stunden im Prater. Das Fahren war angenehm, ich hatte kein Problem beim Bremsen und auch nicht beim Runtersteigen. Alles in allem ein Riesenerlebnis.

6. Juni 2008, Freitag, 17:00 Uhr

Heute hatte ich wieder eine Kontrolle im AKH - alles OK, aber das wusste ich auch. Die nächste habe ich Mitte November. Ich darf schon im Sommer schwimmen, wie ich will, Fahrrad fahren (nicht exzessiv), ins Fitness-Studio gehen (das mache ich eh) und vielleicht eine Atemtherapie im AKH machen (die werde ich im Juli absolvieren). Sonst alles im grünen Bereich. Bald werde ich dieses Tagebuch schliessen, da ich immer weniger einzutragen habe. Nach dem Sommer werde ich noch eine Zusammenfassung meines Wohlbefindes schreiben, um mir klar zu werden, was ich durch diese OP verloren und was gewonnen habe - mit einem Wort: was unter dem Strich rauskommt.

8. Juli 2008, Dienstag, 10:00 Uhr

Und schon wieder ist eine Menge Zeit vergangen... Hauptsache, mir geht es immer noch gut, abgesehen von den Schrauben, die einfach rausschauen. Ich habe mich aber schon mit entsprechender Kleidung für den Sommer eingedeckt, so z.B. mit einem Bikini, das den Rückgrad gerade zudeckt, ausserdem hat mir meine Freundin aus Australien einen schönen Zweiteiler (Shirt mit Höschen) mitgenommen, das ganz super beim Schwimmen benützt werden kann.
Ende Juni war ich in Mariazell wandern - das Gehen funktioniert tadellos, das Stehen und langes Sitzen ist nicht so toll. Hauptsache, ich kann gehen...

Mit Schwimmen habe ich auch versucht. Der Erlaufsee war gerade an diesem Tag sehr warm, ich habe mir eine Strecke vorgenommen, dem Ufer entlang, da ich nicht sicher war, wie es mir gehen wird und wann ich stehenbleiben müsste, um auszurasten... Tatsächlich war ich schneller müde, als ich dachte, obwohl ich nur auf dem Rücken geschwommen bin (Brustschwimmen habe ich mich nicht getraut, noch nicht). Es ist mir einfach die Luft ausgegangen und es packte mich kurz die Panik, dass ich keinen Grund unter den Füßen hätte (es war komisch, da ich sonst eine ausgezeichnete Schwimmerin war) - daran war sicher die Gewissheit schuld, dass ich mit mir ein Fremdkörper "mitschleppe". Mit ein wenig Übung wird es irgendwann schon wieder werden.

Auch das Fahrradfahren genieße ich regelrecht, jeden Tag verbringe ich mit meinem Hund an der Seite ca. 2 Stunden auf dem Fahrrad im Prater!
Am schönsten ist es sonntags früh, gegen 7:00 Uhr, wenn noch kein Mensch unterwegs ist. Da kaufe ich mir unterwegs eine Zeitung und lese diese gemütlich auf einer Bank im Park. Zum Anlehnen habe ich immer mein aufblasbares Polster mit.

Nächste Kontrolle ist erst im November vorgesehen. Bis dahin hoffe ich, meine Muskeln weiterhin zu trainieren sowie bei der Atem-und-Bewegungstherapie, die ich ab der übernächsten Woche im AKH haben werde, mein Lungenvolumen zu vergrößern.

Und hier noch der Vergleich vor und nach meiner OP (die beachtliche Streckung)
30. August 2008, Samstag, 12:00 Uhr

Vor über einer Woche sind wir vom Urlaub aus Polen zurückgekommen. Es war eigentlich für mich eine erfahrungsreiche Zeit, eine Zeit, die mir erlaubte, mich endgültig mit meinem "neuen" Rücken anzufreunden. Ich merkte, dass ich wirklich viel machen kann, obwohl auch Vieles einfachtabu ist und für immer bleibt... Egal, da es mir ziemlich alles Spaß machte. So zB. radelte ich im herrlichen Wald, padelte im Kajak (mit einem flauem Gefühl im Magen) im See mit kristallklarem Wasser, schlief aber dafür in einem wirklich unbequemen Bett, weil es kein anderes zur Verfügung stand... und doch war ich nicht unausgeschlafen. Mit einem Wort: "ich bin wieder die Alte".

Hier eine kurze Filmsequenz von unserem lustigen Nachmittag mit Lhasa in der Warschauer-Altstadt. Sie wurde zweifelsohne zum Star, es sind etliche Leute stehengeblieben, um sie zu streicheln und auch welche, die mit ihr unbedingt ein Foto haben wollten (wofür sie, welch` ein Wunder, ruhig posierte).
Hier ist sie wieder die Alte: temperamentbeladen und trotzig, wie immer... Ich hatte den Eindruck, dass sie um jeden Preis auffallen wollte. Unser Dickschädel!

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und hier etwas, was es nur in Polen gibt (angeblich keine Seltenheit):




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24. September 2008, Mittwoch, 17:50 Uhr

Der Sommer ist endgültig vorbei, schade! Noch habe ich mich nicht auf die grauen, kalten, regnerischen Tage umgestellt, hoffe, dass ich, bevor der Winter einbricht, einige Runden auf dem Fahrrad drehen kann.
Umso schöner ist es, Fotos und Filmsequenzen vom Sommer anzuschauen.
Es war eine schöne Zeit, in der ich endlich Sicherheit für mich gewonnen habe, was meinen Körper betrifft. Ich kenne mich jetzt gut damit aus, was auf jeden Fall geht, was ich lieber lassen soll und was unter Umständen schwierig sein könnte. Ich lernte, mit der steifen Wirbelsäule zurecht zu kommen. Ich freundete mich mit ihr an. Ich habe mich beruhigt...

Es hat wirklich ein Jahr gebraucht, um die meisten Folgen dieser Operation zu verarbeiten bzw. zu beseitigen. Noch habe ich Probleme mit dem Atmen, dagegen mache ich intensiv eine Therapie, noch ist meine Verdauung nicht so, wie sie vorher war (leicht aufgeblähter Bauch), dagegen kann ich eigentlich nichts machen. Sonst alles im grünen Bereich. Und so sehe ich jetzt aus, nachdem ich auch seit der OP 10 Kg (endlich) zugenommen habe:
Mazuren, Polen, August 2008

Grado, Italien, September 08


4. Oktober 2008, Samstag, 17:15 Uhr
Countdown läuft

Nur noch eine Woche und ich beende diesen Blog. Denn in einer Woche "feiere" ich den 1. Jahrestag seit der OP. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Jahr so schnell vorbei sein wird. Und dass es so reich an verschiedenen Situationen, Gefühlen sein würde. Nicht immer ging es mir gut, auch nicht immer schlecht. Dieses Jahr habe ich eine Hochschaubahn einer besonderen Art erlebt, von der ich niemals gedacht hätte, dass es sie gibt. Vom unglaublichen Hoch bis zum tiefsten Tief, voller Hoffnung und dann verzweifelt. Und immer dabei der Gedanke, dass ich nicht zurück blicken darf, weil ich nichts mehr ändern kann. Ich wusste zum ersten Mal in meinem Leben, dass es nur mehr vorwärts geht. Das war neu für mich. Diese Endgültigkeit.
Nun habe ich jetzt ein Jahr hinter mir. Mit dem Körper habe ich endlich ein Friedensabkommen geschlossen. Er dient mir, soweit es geht, ganz gut. Einiges wird sich nie mehr machen lassen, aber was soll´s. Meine Psyche hat aber einen ziemlich negativen Stoss bekommen. Ich bin eher in die Einsamkeit abgerutscht, habe etliche Kontakte verloren, auch am Antrieb fehlt es mir sehr... Ich habe immer noch nicht meinen Platz in der Gesellschaft gefunden, nachdem ich für so lange Zeit ausgefallen bin (OP + Zeit danach). Ja, der Wille und die Energie fehlen mir. Als hätte man mir diese rausopieriert. Und keinen Implantat dafür eingesetzt.

OK, ein Jahr reicht mir, ich werde versuchen, wieder meine verlorenen Eigenschaften zu finden. Es muss doch gehen, da ich unbedingt nicht möchte, dass mein Leben so weiter geht, wie in diesem Jahr.

10. November 2008, Montag, 16:10 Uhr

Also, das Jahr ist vorbei, die Schmerzen sind vorbei, meine Probleme mit der Verdauung sind auch vobei. Etwas aber macht mir Sorge, nämlich die Schrauben, die, meinem Gefühl nach, immer mehr zum Vorschein treten. Vielleicht ist es deswegen, weil meine Muskelmasse abnimmt (1. weil ich älter werde, 2. weil ich den Rückenbereich nicht bewegen kann). Wie es den sei, sie stören mich schon im Bett, im Liegen, was vorher nicht der Fall war. Am kommenden Freitag habe ich eine Routine-Kontrolle im AKH, ich werde darüber sprechen, denn irgendwie reicht es mir nicht, nur zu wissen, dass die Impantate gut drin sitzen, vielleicht "biegt" sich alles um einiges doch? Sonst geht es mir gut, halt den Umständen entsprechend.
Werde hier noch von meiner Visite am Freitag berichten, es gibt womöglich etwas Interessantes zu sagen.

13. November 2008, Donnerstag, 13:30 Uhr

Ich weiss, hierher schaut kaum jemand, trotzdem möchte ich noch ein Foto posten, wo man sehr deutlich diese schrecklichen Schrauben sieht, die entlang der Wirbelsäule angebracht wurden. Langsam stören sie mich (nur beim Sitzen und Liegen, wenn die Fläche nicht weich genug ist, sonst nicht), ist ja kein Wunder, wenn man die Konstruktion sieht. Oh, Gott, sieht schrecklich aus!



15. November 2008, Samstag, 17:15

AKH-Kontrolle hat ergeben, dass alles in Ordnung ist. In einem Jahr habe ich die nächste Kontrolle, dann wird man vielleicht auch CT machen, um festzustellen, ob alles gut verknöchert ist. Wenn ja, kann ich mich für eine erneute OP entscheiden, um die lästigen Schrauben samt den Titan-Stangen rauszunehmen. Somit ist dieser Part zu Ende. Wenn es diesen Blog noch geben wird, werde ich darin in einem Jahr schreiben - ansonsten nur, wenn sich was ändern soll (was ich nicht hoffe).

Freitag, 9. November 2007

WIEDER ZUHAUSE

9. November 2007, 11:40 Uhr

Juhu, ich bin seit gestern wieder zuhause!!!
Gegen 13:00 Uhr haben mich zwei junge Sanitäter (Samariter Bund) von der Station abgeholt, auf die Trage gelegt und ins Auto (6 Ebene, Garage) gebracht. Danach haben sie mich, zu meinem Entsetzen, alleine im Auto liegen gelassen, um noch einen anderen Patienten abzuholen. Ich habe normalerweise keine Platzängste, diesmal aber bekam ich regelrecht die Panik... Zum Glück hatte ich bei mir mein Handy, so rief ich Gerd an, der mich lange Minuten mit einem belanglosen Gespräch ablenkte. Es war schlimm, vielleicht kam dieses Gefühl deswegen, weil ich die Platzangst besonders auf der Intensivstation während der Beatmung mit dem "Kosmonauten-Helm" hatte? Irgendwann kamen die Jungs wieder und meine Reise nachhause konnte beginnen. Die Welt sah etwas ungewohnt aus der Perspektive aus, ich war eigentlich nur damit beschäftigt, nicht umzukippen (diesen Eindruck hatte ich nämlich während der Fahrt, was ein Unsinn ist). In der Einfahrt vor meinem Haus wartete schon Gerd, ich stieg von der Liege runter und fuhr mit dem Lift rauf.
Nun habe ich schon jede Ecke der Wohnung "wieder entdeckt" und neu erkundet, fand schnell heraus, wie ich mich ins Bett lege, wie es am angenehmsten ist, im Wohnzimmer fernzusehen, wie und wo ich am besten in der Küche sitze. Ja, das wird alles ein Lernprozess werden, ich weiss es aber schon heute, dass es zu schaffen ist.

Heute hat mich Gerd schon "ausgeführt". Meine Route war nicht allzu lang, es war windig, kalt, ich freute mich aber, wie noch nie, dass ich gehe, atme, denke und einfach bin. Das ist meine grösste Freude, überhaupt das Kostbarste:
Cogito ergo sum!

Mein neuer Lebensabschnitt kann jetzt beginnen!

12. November, 17:50 Uhr

Es sind schon 5 Tage vergangen, seit dem ich zu hause bin. Es geht eigentlich besser, als ich je gedacht hätte. Sicher ist es nicht ALLES möglich, wie in einem normalen Leben, da ich doch steif und unbeweglich im Rücken bin. Zudem muss ich sehr darauf achten, dass ich keine schnelle Bewegung mache, die meinen Rücken irgendwie verrenken könnte. Ich neige manchmal dazu, dass ich mich überschätze: besonders gefährlich sind es Momente, wenn ich eben Scherzmittel genommen habe. Dann ist mein Bewegungsdrang überdimensional, als möchte ich den Monat im Krankenhaus nachholen. Ich merke aber auch sehr oft, dass meine Atmung noch nicht ganz gut funktioniert, dass ich oft nur flach atme. Dafür mache ich seit neuestem Atemübungen. Im grossen und ganzen bin ich ganz fit. Heute war ich am Nachmittag mit Gerd 3 Stunden unterwegs: hin zum Stadion Center, dort eine ganze Runde gemacht, einiges angeschaut. Den Japaner konnte ich nicht auslassen, so haben wir uns zum Essen hingesetzt, wobei mich Gerd die ganze Zeit assekurierte, mir den Rücken immer freihielt, jedes Mal, als ich mir beim Buffet Essen holte. Es war schön, obwohl ich immer noch ziemlich steif gehe. Auch beim Anziehen brauche ich noch einige Hilfe, besonders die Schuhe machen mir das Leben schwer...

Morgen werde ich versuchen, zu Mittag ein Schmerzmittel (Tramal) weniger zu nehmen, hoffe, dass es gut funktioniert.

15. November, 20:00 Uhr

Eigentlich habe ich es schon in den Kommentaren geschrieben, muss ich aber hier auch noch posten. Es gibt nämlich so viel Neues in meinem Leben mit den "Stangen im Rücken".
1. ich kann mir selbst die Gummistrümpfe aus- und anziehen (geht mit einem kleinen Dreh...)
2. ich kann mir schon Strassenschuhe binden
3. ich kann mich vollständig an- und ausziehen
4. das Staubsaugen der Wohnung geht auch schon, nur langsam halt
5. ich kann vom Fussboden etwas heben, soll nur nicht schwer sein - dazu gehe ich in die Knie und brauche leider noch etwas in der Nähe, um wieder hochzukommen, aber es geht,
6. ich habe heute ein Medikament weniger zu Mittag genommen und siehe da, es geht auch (derzeit nehme ich in der Früh Magenschutz, Tramal und Novalgin, zu Mittag nur Novalgin, erstmals ohne Tramal, am Abend Tramal, Novalgin, vor dem Schlafengehen Mirtabene (Beruhigungspille).
7. bis jetzt habe ich 5 Mal Mittagessen gekocht, ich mache mir das Frühstück und Abendessen auch selbst, kann sogar einen Teller von unten holen,
8. ich kann schon die Betten machen, aber nicht die Bettwäsche wechseln,
9. ich war schon 2 Mal 3 Stunden auf den Beinen (hin zum StadionCenter, herumbummeln, Kleinigkeit essen und wieder zurück).
10. Mein Bauch hat endlich seinen ursprünglichen Umfang! Habe die Bananenmilch schon am 2. Tag zuhause nicht genommen, nun geht es auch ohne!

Ich finde das Alles einfach toll, ein richtiges Wunder!!!

Was mir nur derzeit Sorge bereitet, ist wieder mal ein Problem mit den Mundhöhle-Bläschen. Dafür habe ich mir heute 4 Mittel besorgt, keines davon konnte ich aber verwenden, da es mir sofort übel war. Jetzt habe ich wieder von der Apotheke ein Mittel geholt, Tantumverde, in Tablettenform, das geht. Ich lutsche die Tabletten und hoffe, dass ich damit die schrecklichen Bläschen loswerde.

18. November, 9:45 Uhr

Wieder drei Tage vergangen, in denen sich etliches getan hat. Die Medikamente habe ich seit gestern nochmals reduziert (morgens: Magenschutz + Novalgin, mittags: nur Vitamine, keine Schmerzmittel mehr, abends: nur Novalgin). Diese Reduzierung bedeutet für mich mehr Schmerzen aber auch weniger Gift im Körper.
Von der PVA habe ich eine Bestätigung für eine Rehabilitation bekommen, leider nur für 4 Monate gültig. Da ich aber die Reha erst in 6 Monaten angehen kann, wird Fr. Prof. Krepler eine demnetsprechende Erklärung schreiben lassen und diese an die PVA senden. Auch wird die Reha nicht in Baden stattfinden, man hat mir den Aufenthalt für die Dauer von 22 Tagen in 3970 Weitra (http://www.moorheilbad-harbach.at/) genehmigt. Mal sehen, das ist noch eine Zukunftsmusik. Jetzt habe ich noch andere Ziele vor Augen und Hindernisse zu bewältigen.

20. November, 16:10 Uhr

Heute geht es mir nicht so toll. Vielleicht, weil der Tagesablauf sehr langweilig ist, vielleicht, weil ich meine Schmerzmittel seit heute auf nur 1xNovalgin am Abend reduzierte... Auf jeden Fall musste ich meinen ersten Spazierversuch um 13:00 Uhr nach 15 Minuten abbrechen, weil ich wegen Schmerzen an den Rippen gar nicht richtig einatmen konnte. Die Angst, dass es schlimmer wird, liess mich wehmutig umkehren. Zu hause habe ich sogar ein Extra-Novalgin in der Hand gehalten, doch legte ich es wieder in die Schachtel zurück und entschied ich mich, mit Schmerzen aber ohne Schmerzmittel etwas zu rasten. Es hat nicht viel geholfen, dennoch startete ich dein zweiten Versuch, draussen zu marschieren. Ausgehalten habe ich nicht sehr lange, nur 45 Minuten - besser das, als nichts!

Vormittag habe ich die ganze Wohnung sauber gemacht (na ja, vielleicht auch deswegen kamen die Schmerzen) - mit Staubsaugen, Stauwischen, Bad- und Klo- einigermassen Saubermachen, Bettenmachen, etwas Bügeln etc. Irgendwie muss ich mir ja die Zeit verplanen, sonst werde ich noch verrückt... Vielleicht versuche ich bald wieder zu malen oder zu zeichnen, wer weiss, vielleicht kann ich es ohne Probleme.

Im Äther herrscht völlige Stille...

Schon dumm, wenn man nicht Alles kann und aber Vieles möchte! Aber das werde ich auch mal schaffen.

21. November, 13:10 Uhr

Gestern um 23:00 Uhr war bei uns die Rettung... Ich konnte schon den ganzen Nachmittag schlecht Luft holen, am Abend im Bett wurde es sehr schlimm, ich habe fast eine Panikattacke bekommen, weil ich nur mehr flach atmen konnte. Ausserdem war es mir unmöglich kalt und gleichzeitig aber war ich schweissgebadet. Hin und wieder gelang es mir, einen tieferen Atemzug zu holen, es war jedoch viel zu selten. Ca. 1/2 Stunde habe ich mich nicht entscheiden können, wie es weitergehen soll, habe Gerd gebeten, noch keine Rettung anzurufen, weil ich hoffte, dass sich der Zustand von selbst erledigt. Irgendwann war es jedoch unmöglich und so kam der Arzt mit 3 "Assistenten". Da er orgenisch nicht feststellen konnte (Herz war OK, Sauerstoffsättigung in der Lunge auch OK, Puls und Bluddruck auch in Ordnung), tippte er darauf, dass ich vielleicht zu wenig Schmerzmittel nehme. Die Schmerzmittel lindern nicht nur den Schmerz, den ich eigentlich so nicht habe, sondern entspannen auch alle Muskeln, die durch die OP sehr beleidigt wurden. Ich schluckte also mein Tramal, das ich eigentlich seit fast einer Woche nicht mehr genommen habe und bekam von dem Arzt Beruhigungstropfen (unheimlich bitter). Eine halbe Stunde später war ich sorglos und schlief friedlich ein.

Auch eine Erfahrung mehr, was meinen Körper betrifft...

Heute geht es mir sehr gut, habe jetzt ein Novalgin genommen und am Abend nehme ich den Tramal - anscheinend braucht es wohl noch ein wenig Zeit mehr, bis ich die Medis lassen kann.

Hier zwei Bilder von mir zum Vergleichen. Beide sehen zwar schrecklich aus, das zweite aber wird, hoffe ich, mit der Zeit immer besser.

Bild vom 7. Oktober 07, 4 Tage vor der OP

21. November 07, 41 Tage nach der OP


22. November, Donnerstag, 19:15 Uhr

Seitdem die Rettung bei mir war, nehme ich wieder 2 Mal täglich Schmerzmittel (in der Früh und am Abend Novalgin, Magenschutz in der Früh und am Abend zusätzlich Mirtabene, die angeblich sehr die Muskeln entspannt), aus Angst, dass ich wieder Mal Atemnot bekommen soll. Es geht mir unverändert gut, abgesehen von dem "Ausrutscher" vor 2 Tagen. Die kleinen, täglichen Griffe und Arbeiten sind schon gut einstudiert, ich kann mir in fast jeder Situation irgendwie helfen. Tabu bleibt weiterhin das Bad mit der alten Badewanne, die ich sicher nie alleine betreten werde, und auch das Heben von schwereren Sachen ist bis auf weiteres ausgeschlossen. Ich habe den Eindruck, dass meine Muskeln langsam aber sicher aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Für alle Fälle, sollte ich mich einmal dazu so fit fühlen, habe ich mir gestern 2 Leinwandrahmen gekauft. Ich möchte nämlich unbedingt bald versuchen, wieder zu malen. Nächste Woche vielleicht? Ziele sind gut, das Leben ohne Ziele ist nur ein halbes Leben.


Eigentlich liegt mir noch etwas auf dem Herzen: ich möchte mich hiermit bei denen bedanken,
1. die mich im AKH besuchten (viele nicht nur ein Mal):
Eva und Gerd (sie waren fast jeden Tag bei mir, egal, wie es mir ging), Brigitte, Manfred, Oma, Opa, Prof. Zimpfer, Prof. Plöchl, Prof. Krieger, Elfi, Walter, Gerhard, Fr. Grakov, Joanna, Gabi, Rada, Inge, Markus, Irene, Brigitte, Margit, Karin, Sarah, Eva Ko., Gisi, Manon, Wilma, Helga
2. mit denen ich nur telefonierte:
meine Mama, Anna, Tante Traude, Willi und Sonja, Joh, Mathilde L,, Sonja K., Traude L.
3. und auch all denjenigen, die mir Grüsse nur in den Kommentaren hinterließen (meist mit Familien) oder nur per e-mails sendeten:
Anneliese, Debbie, Mathilde G., Ruth, Eva Ku.., Hubert, Gabi M., Anna Maria, Simon, Fr. Andrea T., Andrea M., Karin E.,

VIELEN HERZLICHEN DANK AN ALLE, DIE EINFACH AN MICH GEDACHT HABEN!

29. November, Donnerstag, 8:45 Uhr

Es ist schon eine Woche seit meinem letzten Eintrag vergangen, die Zeit vergeht mir auf der einen Seite viel zu schnell, auf der anderen aber zähle ich manchmal die Minuten, wenn mir etwas wehtut. In letzter Zeit aber passiert es immer seltener.

Seit gestern nehme ich überhaupt keine Medikamente - gestern hat es prima funktioniert, sogar die Atmung lief perfekt ab. Heute hatte ich eine schlimme Nacht, wahrscheinlich aber deswegen, weil ich in Eile, keine Medikamente zu nehmen, meine Nachtpille (Mirtabene) vergessen habe. Auf die möchte ich auch bald nicht mehr zurückgreifen müssen, leider habe ich noch einige Probleme, daher bleibts dabei bis auf weiteres.

Gestern war ich zum ersten Mal seit meiner Operation mit dem Auto unterwegs. Gerd und ich sind zum Stadlauer Gewerbepark gefahren, um einiges anzuschauen. Es war kein Problem beim Einsteigen, die Fahrt war auch nicht sehr unangenehm (nur ungewohnt, da ich doch grösser geworden bin und mein Kopf reichte endlich bis zu der Kopfstütze). Das Aussteigen jedoch ist ziemlich schwierig, irgendwie habe ich noch den Dreh nicht heraus.
Es hat mir nicht geschadet, hatte keine zusätzlichen Schmerzen und am Abend war ich noch fit genug, um ins Stadion Center marschieren zu können.

Ich denke also, es wird zu Weihnachten (vielleicht auch noch früher) nichts im Wege stehen, einen kurzen Abstecher zu den Schwiegereltern zu machen (die Fahrt dorthin dauert jedoch über eine Stunde, also ca. 7 Mal so lang als bis Stadlau).

Auf jeden Fall freue ich mich über die vielen Fortschritte. Meine Wunde verheilt auch zusehend schnell, es gibt noch einige kurze Stellen, die noch nicht sauber sind. Die Nahtstelle selbst scheint ziemlich glatt und dünn zu sein, was selbstverständlich auch erfreulich ist.

4. Dezember, Dienstag, 10:00 Uhr

Und schon wieder sind ein paar Tage vergangen. Auf der einen Seite sind es Tage, die mein Leben verkürzen, auf der anderen sind es jene, die mein Wohlbefinden verbessern. Alles hängt davon ab, wie man die Zeit betrachtet; unter dem Strich geht alles vorbei.

Meine Fortschritte vollziehen sich nicht rasend, dennoch bin ich jedes Mal stolz, mich mit jedem, auch so kleinen Schritt weiter von dem Krank-Sein-Zustand zu entfernen. In dieser Phase, die man Genesung nennt, fühle ich mich halb gut: nicht mehr so krank und noch nicht ganz gesund.

Meine Antithrombose-Gummistrümpfe, die mich sowohl beim Aus- als auch beim Anziehen den letzten Nerv gekostet haben, kann ich, nach Rücksprache mit Fr. Prof. Krepler, beruhigt ablegen. Ich bewege mich genug, im Bett liege ich nur in der Nacht (eh seit dem ich zuhause bin), warum sollte ich mich noch quellen? Außerdem tat der Gummibestandteil meiner Haut nicht gut - sie juckte, wie verrückt.

Als einen nächsten zu verbuchen zählenden Forstschritt nenne ich die Fahrt am Sonntag mit dem Auto nach Kilb. Es gab keinerlei Probleme während der Fahrt. Einzig und alleine war für mich fast unerträglich im Anschluss daran, fast 1,5 Stunden im Kilber Gasthaus auf einer nicht gerade weichen Bank zu sitzen. Im Großen und Ganzen bin ich also für Tagesausflüge fit genug.

Meine Narbe heilt wundersam schön und glatt - von den Nahtresten gibt es nur mehr ca. 3 cm, die aber jeden Moment abfallen. Dann bin ich wirklich - zumindest äußerlich - (fast) frei von den Spuren der Operation.

Mein Körper wird immer fiter, mein Geist ist jedoch sehr labil... Wie man es so sagt, ich bin sehr nahe am Wasserhahn gebaut. Ich könnte ununterbrochen heulen (mit oder ohne Grund) - irgendwie glaube ich, dass ich die Aufrichtung und die darauffolgende Titanstelage, die ich für immer mit mir schleppen werde, noch nicht so wirklich verkraftet habe. Ich glaube fast, dass ich diesen Gedanken vorerst gar nicht zugelassen habe. Nun klopft er jetzt, dafür aber ziemlich heftig und oft.
Vielleicht wird mir die Rehabilitation einmal entscheidend helfen - so nach dem Motto: fiter Körper, fiter Geist.

Langsam habe ich den Eindruck, dass dieser Blog zu meinem persönlichen Tagebuch wird. Ich überlege, ob ich es noch überhaupt (im Internet) führen soll, wenn wahrscheinlich niemand mehr ihn liest (geschätzt nach den Kommentaren).

Übrigens, apropos MEIN NEUER LEBENSABSCHNITT:
Am 11. April bin ich geboren, genau ein halbes Jahr später, am 11. Oktober bin ich quasi noch mal geboren, als jene, die einen neuen Rückgrad bekam.

7. Dezember, Freitag, 16:40 Uhr


OK, anscheinend hat mich mein Eindruck getäuscht: ich bin nicht die Einzige, die dieses Tagebuch anschaut, verzeihung. Es freut mich zu wissen, dass es noch Interesse an der ganzen Geschichte gibt, vor allem deswegen, weil sie für mich noch sehr lange nicht ausgestanden ist.

Äußerlich scheint es überstanden zu sein, in mir aber spielt und spießt sich etliches ab und zu. Auch wenn ich mich ziemlich unauffällig und gar nicht mehr so kantig bewege, "überfallen" mich ab und zu meine sog. "Schweinehunde", was im Klartext bedeutet, dass ich plötzlich ganz traurig werde und anfange, zu heulen. Irgendwie bin ich noch nicht ganz zufrieden mit mir selbst - alle sagen aber, dass es mit der Zeit immer besser sein wird (was ich glauben möchte...).

Heute war ich lange unterwegs (4 Stunden) - mit der Strassenbahn, dem Bus, der U-Bahn. Ich war im AKH, besuchte dort die Orthopädie, um etwas zu klären, meine zwei Kolleginnen auf der Anästhesie und bedankte mich endlich mit Blumen bei meiner Anästhesistin, Frau Prof. Krieger, die eine herrliche Anästhesie leistete.
Einmal nur schnaufte ich nach Luft, als ich die Treppen bei der U-Bahn-Station hinaufgehen musste, weil die Rolltreppe nicht in Betrieb war. Klar ging ich viel zu schnell und oben fehlte mir dafür die Luft... Sonst aber hatte ich keinerlei Probleme und auch nicht die geringsten Schmerzen. Gott sei Dank, weil ich meine Notfall-Schmerzmitteltropfen zuhause vergessen habe.

Am Abend gehe ich zum ersten Mal nach der OP in eine Pizzeria mit meinen 4 Freundinnen aus. Ich kann nur hoffen, dass ich mich heute nicht überschätze. Die Tramaltropfen nehme ich aber diesmal auf jeden Fall mit!

9. Dezember, Sonntag, 19:00 Uhr

Selbstverständlich habe ich meine Tropfen vergessen! War aber überhaupt kein Problem. Was mich seit Neuestem (ca. 1 Woche) beunruhigt, ist die Tatsache, dass ich beim Hinlegen, Umdrehen, Aufstehen und heute Nacht auch im Liegen (am Tag im Stehen oder Gehen) Schwindel habe. Jetzt im Moment ist es ganz gut, dennoch habe ich den ganzen Tag mit dem Gedanken gespielt, ins AKH zu fahren. Mein Blutdruck ist OK, ich habe es mehrmals gemessen. Es wird eher mit den Halswirbeln oder -gefässen zusammenhängen. Da ich schon eine Überweisung habe, werde ich morgen einen Termin für Nervenleitgeschwindigkeit der grossen Halsgefässe sowie EEG des Kopfes vereinbaren. Der Gedanke, dass etwas mit mir nicht stimmt, macht mich richtig panisch.
Sonst waren die zwei Tage angenehm ruhig - gestern etwas Weihnachtsputz, heute faulenzen, Weihnachtskarten schreiben, fernsehen, Musik hören, spazierengehen (im Regen) - einfach relaxen!

17. Dezember, Montag, 13:45 Uhr

An diejenigen, die hierher noch verschlägt: ich lebe noch, danke für Eure Gedanken an mich! Es geht mir nicht schlecht - die NLG und EEG -untersuchungen habe ich längst gemacht, nur eine macht mir Sorge und zwar die des Kopfes. Es wurden unregelmässige Ströme gemessen, was es bedeutet, weiss ich nicht. Dafür gehe ich heute zum Neurologen, um das zu klären. Meine Schwindelanfälle sind aber kaum mehr da... Vielleicht ist ETWAS wieder auf den richtigen Platz hingerückt, was nach der OP "wegrutschte"?
Vorige Woche habe ich mein Blutbild untersuchen lassen - die Leberwerte sind sehr, sehr hoch, das wird noch beim Ultraschall diese Woche geklärt. Die von mir gefürchtete Hepatitis (A, B oder C) habe ich aber nicht, Gott sei Dank!
Noch werde ich meinen Magen durchchecken müssen, da er mir jeden Tag Probleme bereitet (Schmerzen, auch beim Druck) - das sind die negativen "Ausläufe" meiner Rücken-OP.

Das Positive, denn auch das will erwähnt werden, ist, dass ich immer mehr machen kann. Das Umdrehen im Bett ist überhaupt kein Problem, ich kann auch, wie kleine Kinder, auf den Beinen hocken (habe ich immer gerne gemacht), ich schlafe auch schon eine Spur besser (wache nicht mehr so oft in der Nacht auf). Meine Narbe ist, bis auf ein 2 Zentimeter kleines Stück, was auch bald abfällt, glatt und schön. Ich kann mich nicht beklagen!

Und ich habe das erste Bild nach der OP gemalt, das übrigens morgen meine Arbeitskollegin, Gisi, die in Pension geht, als Geschenk bekommt. Es war ein Hin und Her damit, ich konnte mich nicht so gut konzentrieren, meine Hände waren steif, meine Fantasie noch steifer, alles war irgendwie fremd und schwer. Vorher habe eine Leinwand verschmiert, bis ich das Bild endlich fertig hatte. Irgendwie anders, als vor der OP - bis jetzt habe ich immer sehr schnell und entschieden gemalt...

Erwacht, Mischtechnik auf Leinwand, 30x30

20. Dezember, Donnerstag, 11:25 Uhr

WUNDERSCHÖNE, STRESSFREIE UND GESUNDE WEIHNACHTSFEIERTAGE
WÜNSCHT

Marzena

Sonntag, 4. November 2007

Zeit nach der OP

Sonntag, 4. November

Leider bin ich nun seit Mittwoch nicht dazu gekommen, die Mama zu besuchen und konnte, obwohl wir natürlich telefoniert haben, hier auch nichts schreiben. Heute war ich gemeinsam mit Vati aber wieder einmal im AKH, um sie wieder zu sehen und meinen Geburtstag vorzufeiern, was sich sehr nett gestaltete :o)

Geplant war ja eigentlich, dass die Mama entweder am Dienstag oder am Mittwoch nachhause entlassen wird, nur hoffen wir mittlerweile alle drei, dass sie doch noch länger dort bleiben kann. Der Darm spielt leider noch immer verrückt - mal ist es besser, mal ist es wieder schlechter und niemand weiß so genau, was da nun eigentlich los ist. Sowohl die Krankenschwestern, als auch die Ärzte widersprechen sich in ihren Aussagen bezüglich der weiteren Behandlung - so meinte zum Beispiel eine Schwester, dass keine Einläufe mehr gemacht werden sollen und am nächsten Tag bekam sie doch wieder einen. Das nächste war, dass ihr versprochen wurde, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen (da ihr Problem eigentlich nichts mit Orthopädie zu tun hat, das heißt sie liegt auf der "falschen" Station, wenn es darum geht), der Spezialist ist jedoch nie gekommen, weil dann wieder die Rede davon war, dass man doch keinen brauche, weil Verdauungsstörungen nach solch einer schweren Operation normal seien. Es ist also alles sehr kompliziert und verwirrend im Moment, weshalb die Mama auch ziemlich verzweifelt und aufgekratzt zu sein scheint. Aus orthopädischer Sicht gesehen ist bei ihr schon alles in Ordnung, weshalb wir vermuten, dass alles daran gesetzt werden wird, sie so bald wie möglich heimzuschicken - klug wäre es aber keinesfalls. Da sie in den nächsten Monaten nicht mit dem Auto fahren darf (aufgrund der Erschütterungen, die Verletzungen erzeugen könnten), könnte der Vati sie in einem Notfall nicht einmal ins AKH oder zu einem Arzt bringen, sondern man müsste extra einen Rettungswagen anfordern. Morgen wird sich die Mama mit diesem Anliegen an eine Ärtzin wenden - mal sehen, wie es ausgeht!

Ansonsten hat sie wieder viel Apettit (wenngleich sie das Krankenhaus-Essen nicht mehr sehen kann...) und hat - so sieht es zumindest aus - auch schon wieder ein wenig zugenommen. Mit dem Gehen tut sie sich auch ganz gut, es geht schon recht flott voran (manchmal hatten wir Mühe nachzukommen :o)), und auch das Aufsetzen, Niederlegen und Waschen funktioniert immer besser. Heute sind wir zu dritt sogar von Ebene 18 auf Ebene 5 gefahren, um dem hungrigen Mamalein eine heiß ersehnte Pizzaschnitte zu besorgen!

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Zeit nach der OP

Mittwoch, 31. Oktober

Endlich tut sich etwas mit Mamas Verdauung! Wurde eigentlich schon Zeit, nachdem der Bauch sie schon seit der Operation geqäult hat, die ja doch schon lange her ist. Mit Hilfe von flüssigen Wundermittelchen und der richtigen Ernährung (sie musste immer darauf aufpassen, dass sie nichts "Stopfendes" ist wie z.B. Bananen) ist sie nun heute ganze sechs Male (ich bin deswegen so ausführlich, was das betrifft, weil sowohl sämtliche Krankenschwestern als auch wir und sehr darüber gefreut haben) am Klo. Das "Bauchi" ist zwar noch immer sehr gebläht, wirkt jedoch breits ein klein wenig flacher als sonst, und außerdem ist das Aussehen im Moment sowieso nicht wichtig, weil sich endlich etwas tut :o)

Leider konnten Vati und ich heute beide nicht sehr lange bleiben (von Hungergefühlen geplagt), aber Mama hat es sich mittlerweile ganz gemütlich eingerichtet: ein Psychologe hat ihr einen Laptop geborgt, auf dem sie (auch von ihm geborgte) DVDs ansehen kann, außerdem hat sie einen Fernseher im Zimmer. So hoffen wir, dass sie auch in der Zeit ohne Besuche nicht allzu einsam bzw. gelangweilt ist.

Wann genau die Mama entlassen wird ist noch immer nicht zu 100% klar, am Samstag erfährt sie es aber mit Sicherheit. Wahrscheinlich ist aber entweder Dienstag (6.11.) oder Mittwoch (7.11.), wobei Mittwoch besser wäre, weil der Vati da immer seinen freien Tag hat und sie somit zuhause empfangen und ihr gleich helfen könnte.

Sonntag, 28. Oktober 2007

NACH DER OP

28. Oktober, Sonntag, 19:50

hallo, ich weiss nicht ,wie lange ich so sitzen kann - ich versuch ja nur, ein persönliches Lebenszeichen vom AKH zu geben. Ein netter Pfleger hat es mir erlaubt, am Internet ran zu gehen...

OK - mir geht es ganz gut, ich kann schon alleine gehen, mich aufsetzen und auch hinlegen, ich habe keinen Katheder mehr, auch nicht die Schläuche an meinem Hals (Hauptvene). Im Prinzip müsste die Welt ganz rosig sein, na ja, eben. Ein kleines Problemchen habe ich immer noch und zwar mit meinem BAUCHI. Ich nenne meinen Bauch so zärtlich, weil ich mich wie eine Schwangere fühle. Ihr könnt Euch mich so vorstellen: klein, gerade ausgestreckt, mit dünen Beinchen aber mit einem großen Bauch. Es erinnert mich irgendwie an die Geschichte "Die kleinen Negerlein", die haben auch so ausgesehen, wie ich...

Nun möchte ich mich für jeden Besuch, für jedes gesprochene Wort (telefonisch oder direkt), für jedes Kommentar (die ich heute nicht lesen werde, da keine Zeit...) - für Alles von Jedem möchte ich mich echt bedanken!!!!

Es beschämt mich irgendwie, dass ich so viele Besucher bekomme, auch so viele Schutzengel stehen im Bettkopf - vielen, vielen Dank!!!!

Ich werde mich sehr bemühen, bald ganz OK zu sein, ich tue mein Bestes. Wenn ich die Sache mit dem Darmtrakt, der irgendwie "gelähmt" und sehr träge ist, gelöst habe, bin ich schon sehr glücklich.

Alles Liebe, ich wünsche Allen eine schöne Nacht und einen schönen Morgen - bin sehr glücklich, Euch auf meinem WEG getroffen zu haben!

Samstag, 27. Oktober 2007

Zeit nach der OP

Samstag, 27. Oktober

Leider bin ich während der letzten paar Tage nicht dazugekommen, etwas in den Blog zu schreiben - aber heute :o)

Heute war ich wieder einmal mit Vati gemeinsam im AKH, um ein bisschen zu plaudern. Der Mama geht es, wie auch die Tage zuvor, im Prinzip recht gut: Sie hat wieder mehr Appetit (nachdem sie keine flüssige Astronauten-Nahrung mehr bekommt, die wirklich nicht zu essen war - ich habe mich selbst davon überzeugt...), kann aber leider nicht so viel essen, wie sie gerne möchte, weil die Probleme mit dem Darm und der Verdauung noch immer nicht vorbei sind: Der Bauch ist also noch immer sehr aufgebläht und drückt, sodass einfach nicht viel Nahrung hineinpasst und schon nach ein paar Bissen ein starkes Völlegefühl einsetzt - leider nicht sehr zuträglich, was das geringe Gewicht angeht. Gestern und heute hat sie jedoch ein flüssiges Wundermittelchen bekommen, welches Durchfall herbeiführt (gestern ist sie den ganzen Tag zwischen WC und Zimmer gependelt) und dabei helfen soll, die Blähungen zu vermindern bzw. beseitigen. Sowohl der Arzt als auch die Schwestern meinten, dass dieses Mittel sehr stark ist und deswegen immer nur als "die letzte Lösung" eingesetzt wird - wir hoffen also alle, dass es auch wirklich bald helfen wird!

Ansonsten geht die Mama jeden Tag ein wenig mehr herum, schafft es sogar ohne Hilfe und kommt auch ganz gut alleine zurecht, was das Aufsetzen und das Niederlegen betrifft. Auch Zähneputzen und Haare waschen funktioniert angeblich schon recht gut :o) Für sie ist es sicher ein schöner Gefühl, nicht mehr so extrem auf die Krankenschwestern angewiesen zu sein.

Man merkt aber - und sie sagte es heute auch - dass sie die Probleme mit dem Bauch schon langsam mehr als satt hat, weil sich in diesem Punkt bis jetzt nichts zu tun scheint, und sie gerne wieder essen und zunehmen würde, es aber nicht kann. Die trostlose Krankenhausatmosphäre (mittlerweile ist sie ja schon seit über zwei Wochen im AKH) trägt dazu ihr Übriges bei. Bezüglich der Dauer des restliches Aufenthaltes im Krankenhaus weiß sie noch immer nichts Genaues, die Entlassung wird aber auf die Woche ab dem 5. November geschätzt.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Heute kommt "Mars" sebst zu Wort:

Ein Lebenszeichen aus dem AKH: Gerd hat schon alles vorbereitet (Papier, Kugelschreiber und eine harte Unterlage), nur, damit ich Euch - Liebe Freunde - ein paar Worte schreiben kann. Das tue ich eben - im Liegen, etwas abgekämpft, etwas müde ...
Ich finde eigentlich keine Worte, um meine Dankbarkeit an Euch Alle auszudrücken. Die Medikamente, die vielen Infusionen und Spritzen haben meinen Körper aufrecht gehalten, damit ich gehen, essen, atmen und schreiben - wie jetzt gerade - kann. Aber Eure Anteilnahme und Interesse, sowie Gedanken, Worte und Gefühle haben meinen Geist wieder wachsen lassen.
So hat sich auch mein Körper sicher schneller von den Strapazen der Operation erholt.
Ich weiss, dass ich ohne Euch heute nicht so weit hätte sein können: ich bin zum 1. Mal alleine gegangen, habe nur minimal Schmerzmittel und auch keinen Katheder mehr!
Und das Allerwichtigste: ohne Eva und Gerd (Anna ist nur in Gedanken bei mir, weil derzeit in Polen) hätte ich GAR NICHTS GESCHAFFT. Sie waren meine ständigen treuen Begleiter, die zwischen meiner und Eurer "Welt" pendeln und die Boten sowohl von Nachrichten als auch Gefühlen sind.
DANKE! und Alles Liebe
Eure Marzena

AKH 2007-10-24



Montag, 22. Oktober 2007

Zeit nach der OP

Montag, 22. Oktober

Erstaunlich, wie viel Ablenkung und alleine die Anwesenheit von anderen Menschen einen von einem selbst ablenken kann..

Bevor Margit, Ioana, Gabi (zwei meiner Freundinnen, die die Mama auch schon länger kennen) am Nachmittag zu Besuch gekommen sind, habe ich von Vati gehört, dass es der Mama heute in der Früh und am Vormittag anscheinend sehr schlecht gegangen ist: Sie hat in der Nacht aufgrund von kaum mehr erträglichen Schmerzen (langsam wird nämlich die Dosis der Schmerzmittel herabgesetzt, da natürlich die Gefahr besteht, auf Dauer davon abhängig zu werden) kaum geschlafen und leider haben die Schmerzen auch mit Beginn des neuen Tages nicht nachgelassen. Ihr Bauch ist außerdem sehr aufgebläht, weil die Verdauung noch immer nicht in Gang gekommen ist. Um zu erahnen, wie unangenehm das ist, meinte die Mama, muss man sich das vollste Völlegefühl vorstellen, das man jemals hatte und das mit 100 multiplizieren. Es ist nun ein ziemlicher Teufelskreis: Dadurch, dass der Bauch so aufgebläht ist, kann sie kaum etwas essen (noch dazu hat sie jetzt "Schonkost" statt dem normalen Essen - alles ist püriert und schmeckt auch dementsprechend..) und dadurch, dass sie kaum etwas ist, ist sie viel zu schwach zum Gehen, was aber wiederum die Beschwerden mit dem Bauch lindern würde. Ich glaube, jetzt heißt es Geduld haben.. Diese wiederum beginnt bei ihr langsam zu schwinden - solange jemand bei ihr ist, ist sie relativ fröhlich und quatscht viel, aber sobald keiner mehr da ist, geht es ihr momentan nicht sonderlich gut.

Was die schlechten Leberwerte betrifft, so gibt es noch keine Neuigkeiten - sie wird erst innerhalb der nächsten zwei Tage untersucht - auch, ob die Galle dabei ihre Finger im Spiel hat, ist also noch nicht klar.

Dienstag, 23. Oktober

Heute war ich zwar nicht im AKH, ich wollte aber trotzdem kurz die eine oder andere Neuigkeit schreiben:
Mama liegt nun nicht mehr alleine im Zimmer, sondern hat eine Bettnachbarin bekommen - sie hat zwar in einer SMS geschrieben, dass sie es schade findet, nicht mehr alleine zu sein, ich bin aber der Meinung, dass es sicher nicht schlecht ist, ein wenig Gesellschaft zu haben (zwecks Ablenkung, wenn vielleicht einmal kein Besuch da ist).
Außerdem hat sie seit gestern einen orthopädischen "Rippengürtel", da ihr ja von insgesamt sieben Rippen Teile entnommen wurden (wir dachten anfangs, dass die Rippen vollständig entnommen wurden, aber auf den Röntgenbildern - die wir sicher auch bald online stellen, damit man sich mehr unter dem Ganzen vorstellen kann - ist gut zu erkennen, dass einfach nur Stücke herausgenommen wurden. Hauptsächlich ist dies aus kosmetischen bzw. optischen Gründen gemacht worden, um die "Buckel" vorne und hinten zu beseitigen bzw. zu reduzieren). Dieser Gürtel soll als Stütze dienen.
Eine letzte Nachricht gibt es noch.. Gestern wurde die Mama zum ersten Mal seit der OP gewogen - 42kg... Das ist wirklich erschreckend..

Sonntag, 21. Oktober 2007

Zeit nach der OP

Sonntag, 21. Oktober

Nur zur Info: Bin dem Vati schon zuvorgekommen und habe weiter unten im Blog auch etwas über den heutigen Besuch geschrieben - es ist jetzt leider etwas unübersichtlich...
Kurzbericht: Heute wieder ein paar Hochs und Tiefs. Das neue Einzelzimmer bringt natürlich sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits ist jetzt genug Platz für Besuche und es ist sehr ruhig - Andererseits braucht "Mars" natürlich oft Hilfe und ist deshalb sehr von den Pflegern und Schwestern abhängig. Die meisten Probleme verursachen zur Zeit die Leber (sehr schlechte Werte - vermutlich wegen der vielen Medikamente) und der Magen ....
Jedenfalls gibt es "Grünes Licht" für Besuche - Grüner Bettenturm Ebene 18 C Zimmer 6.02 !

Samstag, 20. Oktober 2007

Zeit nach der OP

der "neue" Rücken...

Gerhard und Walter mit einer lächelnden Mama


Elfi und eine noch immer lächelnde Mama =)


Samstag, 20. Oktober
Leider bin ich nach meinem gestrigen Besuch nicht mehr dazugekommen, etwas in den Blog zu schreiben, deswegen hole ich das heute nach :o)
Als ich um ca. 16 Uhr in Mamas neues Zimmer gekommen bin (zur Zeit liegt sie alleine in einem Zimmer am Fenster und hat also viel Ruhe), waren gerade Elfi, Walter und Gerhard da und so haben wir ca. noch eine Stunde geplaudert. Nachher war ich mit Mama alleine und sehr erfreut darüber, dass es ihr zum ersten Mal seit der OP einigermaßen gut zu gehen schien, sie auch sehr gesprächig war und schon etwas kräftiger war. Sie erzählte mir, dass sie schon drei mal gegangen ist (!!!) - kaum zu glauben eigentlich - und sich auch schon aufsetzen kann (zwar noch mit ein wenig Hilfe, aber immerhin!). Auch der Appetit scheint langsam wieder zu kommen (nachdem wir am Abend nochmal telefoniert haben und ich meinte, dass ich gerade Mäci-Essen vor mir habe, musste ich ich versprechen, ihr beim nächsten Mal einen Chesseburger mitzunehmen :o))
In der Nacht auf Freitag hatte sie zwei Blutkonserven bekommen - wahrscheinlich hat dies unter anderem zur Besserung ihres Zustandes beigetragen!
Nachdem sie Abendessen bekommen hat, habe ich ein wenig das Zimmer zusammengeräumt, sodass sie alle wichtigen Sachen in Reichweite hat und sich nicht unnötig verrenken muss, eine "Fernsehkarte" besorgt, damit ihr abends nicht langweilig wird und beim Zähne putzen geholfen. Alles in allem also ein unglaublich erfreulicher und "aktiver" Besuch und kein Vergleich zu der gesamten letzten Woche!!

16:00 Uhr

Gestern habe ich mich so gegen 16:00 Uhr mit Cheeseburger und Pommes bewaffnet wieder auf den Weg zur Mama gemacht, um ihr, auf eigenen Wunsch, einmal eine gute (und kalorienreiche - jetzt muss sie ja wieder aufgepäppelt werden) Abwechslung zum angeblich nicht besonders guten Krankenhaus-Essen zu bieten. Nachdem der Burger verschlungen und die Pommes ein wenig angeknabbert wurden, haben wir viel geredet und ich durfte, genau wie gestern, feststellen, dass ihr Zustand meiner Ansicht nach wieder sehr gut war.

Zwar klagte sie über mehr Schmerzen als gestern und über die Tatsache, dass ihre Rippen beim Atmen ab und zu knacken (hörbar und auch spürbar) und dies ebenfalls sehr schmerzhaft und unangenehm ist, das häufige Lächeln und das angeregte Gespräch zeugten jedoch davon, dass es nun wirklich langsam bergauf geht. Eines der Probleme, die jetzt noch bestehen, sind die schlechten Leberwerte, die wahrscheinlich von den vielen Medikamenten kommen - ein Arzt meinte jedoch, dass die Werte keinesfalls dermaßen schlecht sind, dass man sich ernsthafte Sorgen machen müsse, und dass die Leber zum Glück eines der Organe ist, die sich am schnellsten und am besten von selbst wieder regenerieren können.

Gestern durfte ich außerdem zum ersten Mal sehen, wie die Mama geht! Zwar ist dies noch eine etwas wackelige Angelegenheit, bei der sie natürlich immer jemand stützen muss, aber die OP ist ja erst etwas über eine Woche her! Aufsetzen und sich wieder niederlegen schafft sie aber schon beinahe ohne jede Hilfe.

Nachdem wir noch "gemeinsam" Zähne geputzt und ich nach Mamas Anweisungen die nähere Umgebung vom Bett zusammen geräumt habe, ist dann Vati noch gekommen und anschließend auch Brigitte, was sichtliche Freude bei Mama ausgelöst hat und Vati und mich zum Aubruch bewegt hat :o)

Sonntag, 21. Oktober

Und wieder ist ein weiterer Krankenhaustag für die Mama fast vorbei... Die Anzahl der Besucher (mit Inge, Karin, Vati und mir war sie heute mit Sicherheit ausgelastet genug) häuft sich, ebenso wie sich Mamas gute Laune verbessert. Wie auch bisher ist aber natürlich nicht alles bereits komplett in Ordnung:

Die schlechten Leberwerte haben sich noch nicht gebessert, weswegen morgen ein Ultraschall durchgeführt wird, um zu überprüfen, ob - wie vermutet - die vielen Schmerzmittel und Medikamente schuld daran sind, oder ob vielleicht die Galle auch "ihre Finger im Spiel" hat. Gestern und heute musste sie sich einige Male übergeben, einerseits weil der Magen noch nicht ganz fit ist und andererseits, weil sie aufgrund von Bläschen im Mund und auf der Zunge eine fürchterlich riechende und sicher noch schlimmer schmeckende Gurgellösung verwenden muss, von der ihr sofort schlecht wird. Was die Verdauung betrifft, so kommt sie bereits ein wenig in Schwung, ist aber noch nicht ganz so, wie sie sein sollte. Diesbezüglich wurde der Mama empfohlen, trotz Anstrengung so viel wie möglich auf der Station herumzuspazieren und bei den Schwestern nach Schonkost statt dem normalen Essen zu fragen (Cheeseburger war also vielleicht doch keine so gute Idee.. Aber geschmeckt hat er immerhin :o))

Ich wollte noch kurz etwas zu Vatis und meinem Vorschlag bzgl. Besucherliste sagen, weil wir es anscheinend nicht klar genug erklären konnten und es auch viele falsch verstanden haben: Wir haben damit nicht gemeint, dass man sich wirklich anmelden muss (sprich mit Datum, etc.). Falls nur z.B. jemand am Montag weiß, dass er/ sie gerne am Dienstag die Mama besuchen kommen möchte, kann er/ sie beim Vati anrufen. Wenn er dann z.B. zufällig weiß, dass am Dienstag schon einige Leute kommen werden, dann hätte man selbst und auch Mama sicher nicht so viel vom Besuch!

Die Zimmernummer, die ich angegeben habe - also C3 - stimmt nicht mehr, seit sie verlegt wurde, nur leider habe ich die neue im Moment nicht im Kopf (ich glaube, es ist C5 oder C6...) Wenn ich es mit Sicherheit weiß, schreibe ich es euch natürlich, ansonsten kann man auch im Schwesternzimmer auf der Station nachfragen!

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Ich musste gerade feststellen, dass mir Eva schon zuvorgekommen ist und bereits die „Latest News“ berichtet hat. So bleibt mir nur noch Raum für ein paar Ergänzungen.

Die Hochs und Tiefs über den ganzen Tag halten offenbar unvermindert an: Vormittag lief es nicht so toll (Kreislaufkollaps), um die Mittagszeit anscheinend recht gut, am Abend wiederum Erbrechen, Müdigkeit, Schmerzen …

Ich bin heute wieder früher von der Arbeit weg, um noch im AKH vorbeizuschauen.

Es ist schon berührend, wie sehr sich manche Ärzte/innen – die „Mars“ noch von ihrer Zeit im Sekretariat kennt – sich um ihr Wohlergehen kümmern.

Eva hat die Idee mit der „Besuchsliste“ recht gut rübergebracht (Ich war heute alleine bei ihr und fühlte mich auch schon ziemlich „eingezwickt“). Aber es soll sich wirklich niemand eingeplant oder bevormundet vorkommen!!!

Wer will, erreicht mich sicher ab ca. 20:00 Uhr am Festnetz (9583278).

Zeit nach der OP

Donnerstag, 18. Oktober

Eine Woche ist die OP jetzt schon her und mir kommt es aufgrund der ganzen UPs und DOWNs schon wie eine Ewigkeit vor.. Es ist irgendwie seltsam, mitzubekommen, wie lange sich die Genesung mit Sicherheit noch ziehen wird - auch weil wir (oder zumindest ich) uns das alles wahrscheinlich etwas einfacher vorgestellt haben.

Heute ist es sich bei mir zeitlich leider nicht ausgegangen, die Mama zu besuchen und auch Vati meinte am Vormittag, dass er es wahrscheinlich nicht schaffen wird. Wir haben aber am Nachmittag telefoniert und Mama meinte, dass die "Zuckungen" gemäß der ärztlichen Prognose bereits nachgelassen haben bzw. ganz weg sind. Diesbezüglich hat ein Arzt gestern gemeint, dass, obwohl es sicher unglaublich unangenehm ist, nicht ruhig liegen zu können, es trotzdem normal ist: Erstens ist die Mama psychisch sehr gestresst von der Operation und zweitens sind die Nerven um die Wirbelsäule sehr gereizt und zucken deswegen so unkontrollierbar. Trotz dieser guten Nachricht hat sie aber von zwei Blutkonserven, die sie bekommen wird, und sehr großen Schmerzen berichtet, die sich nun dazu berufen fühlen, ihr das Leben weiterhin schwer zu machen... Geht das eine, so kommt anscheinend nahtlos ein anderes Problem.. Ansonsten hörte sie sich sehr gestresst an, was sicher mit dem gewissen Lärmpegel und der Unruhe zu tun hat, die auf der normalen Station herrscht und natürlich machen ihr auch die Schmerzen schwer zu schaffen.

Vati und ich sind jedoch davon überzeugt, dass die Ärzte mit dem "Tapetenwechsel" Recht hatten, weil sie so wenigstens ab und zu von sich selbst und ihren Gedanken und Gefühlen abgelenkt wird (diesbezüglich erfüllt auch eine ältere und äußerst quirlige und gesprächige Bettnachbarin brav ihre Funktion). Morgen wird sie auf eigenen Wunsch in ein anderes Zimmer verlegt, wo sie dann noch dazu am Fenster liegen darf!

Ich soll außerdem ausrichten, dass sie sich nun bereits in der Lage fühlt, auch Besuch zu empfangen - bis gestern wäre es ihr ein wenig unangenehm gewesen, weil sie meinte, dass sie sowieso nicht plaudern hätte können. Es sind also alle herzlich willkommen :o)
Wir haben uns nur überlegt (so seltsam es sich für euch vielleicht anhören mag), eine Art Besuchsliste zu machen, damit nicht alle auf einmal das AKH stürmen - erstens ist ja im Zimmer nicht so viel Platz (aufstehen und woanders hingehen kann sie ja noch nicht) und zweitens wäre es für sie sicher noch anstrengend... Ich hoffe, dass sich mit dieser Idee niemand vor den Kopf gestoßen fühlt, aber vielleicht wäre es so wirklich am sinnvollsten?!

Aja, hätte fast vergessen zu schreiben, wo sie liegt:
GRÜNES BETTENHAUS, ORTHOPÄDIE, EBENE 18, STATION C3

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Kurzer Lagebericht nach einer „Nacht im Fegefeuer“ (O-Ton „Mars“):

Ich wurde um 03:00 Uhr früh wegen des schlechten Gesamtzustandes von Marzena ins AKH gebeten. Bei meinem Eintreffen fand ich sie wegen sehr starker Schmerzen und für Sie nicht kontrollierbarer Zuckungen von Händen und Füssen ganz verzweifelt und aufgelöst vor. Auf schmerzstillende Medikamente angesprochen bekam ich vom Personal die Auskunft, dass eine Erhöhung der Dosis nicht vertretbar sei, da der Organismus durch die bereits verordneten Mengen bereits höchst belastet wäre. So verging diese Nacht quälend langsam …

Bei der Arztvisite gegen 09:00 Uhr (Marzena hatte kurz vorher ihren „Cocktail“ bekommen) wurde angekündigt, sie mittags auf eine „normale“ Station zu verlegen.

Wie man sich vorstellen kann, war ich etwas vor den Kopf gestoßen. Doch die Erklärungen dafür sind durchaus plausibel: Es ist ja leider nicht so, dass es Marzena so toll geht, sondern es wird dringendst ein Bett auf der Intensivstation benötigt. Außerdem wäre für Marzena’s Psyche ein Tapetenwechsel (Raus aus der trostlosen Atmosphäre in der Intensivstation) dringend empfehlenswert.

Heute bekam ich endlich auch mehr Klarheit darüber wie das mit den bei der Operation entfernten Rippen wäre (Wurde quasi so nebenbei einmal erwähnt). Die knappe Antwort „Ja 3 und 4“. Auf meine Frage, welche wohl die 3. und die 4. Rippe sei – milde lächelnd die Antwort „Auf einer Seite wurden drei und auf der anderen vier Rippen entfernt“. Ah ja …

Am Abend war ich gemeinsam mit Eva zu Besuch. Marzena war sehr schwach und unruhig - Sie hatte wieder Probleme Hände und Füsse unter Kontrolle zu halten.

Zu unserer Überraschung hörten wir von „Mars“, sie hätte mittags bereits telefoniert und SMSse geschickt !? Dies bedeutet offensichtlich, dass es – über den ganzen Tag gesehen – eine einzige Berg- und Talfahrt gibt. Aus diesem Grunde ersucht Marzena auch, von Besuchen noch Abstand zu nehmen. Bitte um Verständnis!

An dieser Stelle allen vielen Dank für alle Kommentare zum Tagebuch! Wir lesen sie Marzena immer vor und sie freut sich sehr!

Montag, 15. Oktober 2007

Kurze Ergänzung zu Eva’s Bericht: Ich kam doch früher aus der Firma weg und fuhr direkt ins AKH. Wie Eva bereits schrieb, ging es „Mars“ heute abends bereits wesentlich besser. Sie war sehr schwach – aber kein Vergleich zu Gestern.

Aber bereits kurz nach meinem Eintreffen kamen drei Ärzte mit einem transportablen Ultraschallgerät, um die Lunge nochmals zu untersuchen, da man aus den vorhergegangenen Untersuchungen nicht ganz schlau wurde. Nun wurde aber anscheinend zweifelsfrei eine große Menge Wasser in der Lunge festgestellt wurde.

Da „Mars“ sehr schwach ist, wird nun versucht dieses medikamentös zu entfernen.

In weiterer Folge wurde ich dann – höflich aber bestimmt – hinauskomplimentiert, da die vielen Schläuche für die Medikamentenzufuhr verlegt werden mussten.

„Unsere Kleine“ hat noch einen weiten Weg vor sich …

Zeit nach der OP

Montag, 15. Oktober 2007

Der heutige Besuch bei Mama war zum Glück erfreulicher als der gestrige, nach dem wir uns beide große Sorgen gemacht haben.. Heute bin ich mit Inge, Mamas Freundin, nach der Arbeit ins Krankenhaus gefahren und war nach einem beruhigenden Telefonat mit Assistenzarzt Ortner am Vormittag, bei dem er mir erzählte, dass Mama in der Nacht recht gut geschlafen hat und auch sonst fitter ist, wieder zuversichtlich, was den bevorstehenden Besuch anging.

Zuerst habe ich mich sehr darüber gefreut, dass Mama nicht mehr mit dem "Kunststoff-Zylinder" (Wir wissen das korrekte Wort noch immer nicht, aber man muss es sich wie einen großen, durchsichtigen Helm vorstellen, in dem der ganze Kopf drinnen ist und in welchen zusätzlich zu ihrer eigenen Atemluft noch Sauerstoff geleitet wird. Beim Atmen wird immer ein wenig Druck erzeugt, damit sie ihre Lunge trainieren kann und sich die Lungenflügel weiten.) im Bett lag, sondern "nur" mit einem dünnen Schlauch in der Nase (ebenfalls als Hilfe für die Atmung). Leider hatte dies aber nicht zu bedeuten, dass sich die Dinge so schnell gebessert haben, sondern dass sie den "Helm" einfach nicht mehr vertragen hat. Das Atmen fällt ihr also nach wie vor extrem schwer.. Ich habe heute wieder etwas mehr über den Grund dafür erfahren: Es ist nicht so sehr - wie man vielleicht anfangs vermuten würde - das jahrelange Rauchen vor der OP daran schuld, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Lunge plötzlich viel mehr Platz hat als zuvor und sich jetzt ausbreiten kann. Dadurch "will" jetzt aber Luft in Bereiche der Lunge strömen, in die sie vorher nicht gekommen ist und dies gestaltet sich sehr schmerzhaft. Einen zweiten Grund stellt eventuell der Darm dar, der sich seit der OP nicht entleert hat (trotz zahlreicher Versuche..) und so von unten gegen die Lunge drückt.

Die Lunge betreffend haben Vati und ich nach einem Gespräch mit Dr. Ortner gestern angenommen, es handele sich um eine Lungenentzündung (da von Verschattungen auf dem Röntgenbild die Rede war, welche Bakterien bzw. eine Entzündung andeuten). Die Sache scheint nun aber doch nicht ganz klar zu sein. Nachdem ich heute gegangen bin, sollte noch ein CT von der Lunge gemacht werden, weil vermutet wird, dass jene Verschattungen auch (Blut-)Ergüsse oder Wasser-Ansammlungen sein könnten - welche beide mit Sicherheit eine unangenehme Behandlung nach sich ziehen würden. Da das CT aber erst im Laufe des Nachmittags gemacht werden sollte und ich eben schon früher dort war, weiß ich in diesem Punkt leider noch nichts Genaues...

Zusätzlich scheint jetzt auch der Magen "beleidigt" zu sein, weil sie sich übergeben musste - etwas sehr Unangenehmes, wenn man nicht aus dem Bett aufstehen kann. Verursacht wurde diese Übelkeit wahrscheinlich entweder durch die Anstrengungen von der Atemtherapie (bzw. den mit der Zeit spürbaren, unangenehmen Geruch des Sauerstoffs) oder irgendeine Medikamenten-Unverträglichkeit.

Ich muss aber trotz allem sagen, dass der heutige Besuch für mich persönlich erfreulich war, weil wir wenigstens ein wenig quatschen konnten und sie sich wieder sichtlich freuen konnte. Auch einige Lacher waren leise zu hören :o)
Ich habe ihr übrigens alle Kommentare, die ihr geschrieben habt, ausgedruckt und heute vorgelesen (auch dort gelassen, wenn sie Kraft zum Lesen hat) und sie lässt sich herzlich bedanken und freut sich schon, wenn sie "normal" Besuch empfangen kann!

Vati meinte, dass er heute leider nicht sicher weiß, ob er es schafft, früher von der Arbeit zu gehen und noch vor Ende der Besuchszeit ins Krankenhaus zu fahren, aber wenn es ihm doch gelungen sein sollte, dann gibt es vielleicht heute noch Neuigkeiten!

21:40 Uhr

Habe soeben erfahren, was das Lungen-CT ergeben hat, da Vati es doch noch geschafft hat, ins AKH zu fahren und - im Gegensatz zu mir - einen Arzt erwischt hat, mit dem er reden konnte:
Es ist rausgekommen, dass die Mama Wasser in der Lunge hat (ich weiß aber leider noch nicht, wie es dazu kommen konnte), dass dies aber nach ca. 2-3 weiteren Tagen behoben sein sollte und sie dann auch wieder normal und beschwerdefrei atmen kann!
Ich freue mich :o)

Sonntag, 14. Oktober 2007

Sonntag, 14. Oktober

Also heute bin ich – DLG (Der liebe Gerd) - dran, die letzten Neuigkeiten ins Tagebuch einzutragen. Und das fällt mir heute besonders schwer. Nicht nur weil ich mit diesem Computer auf Kriegsfuss stehe …

Um 15h00 machten wir (Eva und ich) uns gut gelaunt auf, um Marzena zu besuchen.

Ausgestattet mit den neuesten Emails und jeder Menge Genesungswünsche von vielen lieben Bekannten und Verwandten.

Als wir dann ins Zimmer kamen, fanden wir Marzena mit einem großen durchsichtigen Kunststoffballon zur Beatmung über den Kopf gestülpt vor, was anfangs für eine gewisse Erheiterung unsererseits sorgte. Sämtliche Verständigungsversuche schlugen fehl – wir konnten sie und sie uns einfach nicht hören. Als einer der Pfleger auf unser Dilemma aufmerksam wurde, bot es sich gleich an, Marzena die Maske für die Dauer unseres Besuches abzunehmen. Dies war gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick schien. Ein Gewirr von Schläuchen und Kabeln musste entfernt und stattdessen andere angebracht werden.

Um nicht im Weg zu sein, warteten Eva und ich inzwischen im Vorraum und freuten uns schon darauf, die letzten Neuigkeiten zu erzählen und mit „Mars“ wieder ein bisschen herumzualbern.

Doch schon bald mussten wir feststellen, dass daraus heute nichts wird. „Mars“ hatte sichtlich große Schmerzen sowie Probleme beim Atmen. Dennoch hat sie sich sehr über alle Grüsse und Genesungswünsche sehr gefreut (Danke an alle!).

Reumütig ersuchten wir nun den Pfleger, ihr wieder das Beatmungsgerät anzuschließen, da es ihr damit sichtlich viel besser ging.

In der Zwischenzeit suchten Eva und ich – Beide sehr erschrocken über Marzena’s heutigen Gesundheitszustand – den diensthabenden Arzt auf, um Näheres zu erfahren. Er erklärte uns, dass sich leider seit gestern eine weitere Verschlechterung der Lungenfunktion ergeben habe. Ein (heute) angefertigtes Röntgenbild der Lungen zeige starke Abschattungen und man versuche nun mit Antibiotika diese Entzündungsherde in den Griff zu bekommen …

Mittlerweile war „Mars“ wieder „schalldicht“ verpackt. Schwach und müde lächelte sie uns schon entgegen. So saßen wir noch eine Weile händchenhaltend. Da ihr aber immer wieder die Augen zu vielen, schien es uns ratsam uns schweren Herzens wieder zu verabschieden.